Bewegungsunschärfe in Poser

Unschärfe aufgrund bewegter Objekte in Bildern wird Bewegungsunschärfe genannt. Dieser Effekt ensteht unter anderem durch sich bewegende Objekte oder durch die Bewegung der Kamera während der Aufnahme. Allerdings ist diese Unschärfe beabsichtigt und wird zur Darstellung von Dynamik in einem Bild genutzt.

Hinweis: Im Englischen heißt die Bewegungsunschärfe „Motion Blur“.

Genau diese Bewegungsunschärfe kann man auch in Poser darstellen. Dort heißt sie 3D-Bewegungsunschärfe und wie genau das geht, möchte ich dir in diesem Tutorial zeigen.
Ich zeige dir anhand eines bewegten Körperteils wie man die Bewegungsunschärfe in Poser einsetzen kann. Dafür muss Andy jetzt herhalten. 😉

Also AndyP11 laden und, falls nicht eh schon sichtbar, die Animationsleiste einblenden. Keine Angst für die Bewegungsunschärfe musst du keine großen Animationskenntnisse haben. Zwei Frames reichen da vollkommen aus. Es ist wirklich einfacher als es klingt.

In Frame 1 wird alles so erstellt und eingestellt, wie es auf dem fertigen Bild aussehen soll. Im zweiten Frame wird das bewegt was unscharf werden soll im fertigen Bild. Das kann ein Hintergrund, ein Reifen, ein Körperteil oder auch eine Kombination von mehreren Dingen sein. In unserem Beispiel wird es also ein Körperteil sein. Dann wollen wir mal Andys Arme bewegen. Also beide Arme im ersten Frame anheben.

Dann in den zweiten Frame wechseln und die Arme wieder senken. Das geht ganz einfach über den kleinen Pfeil rechts oben in der Parameterpalette und dann auf Zurücksetzen klicken.

Bevor gerendert werden kann, musst du wieder zurück in den ersten Frame und in den Rendereinstellungen die 3D-Bewegungsunschärfe aktivieren. Wenn dieser Haken vergessen wird, wirst du nichts von der Unschärfe sehen können im fertigen Bild.

Nach dem Rendern sollte das nun aussehen.

Zwei Dinge fallen einem sofort auf bei diesem Bild:
1. Die Bewegung der Arme wird nicht vollständig dargestellt.
2. Die Unschärfe wirkt sehr körnig.
Beides kann man ändern. Kümmern wir uns erst einmal um die Bewegung der Arme.

Wähle die Kamera aus mit der du gerendert hast. Dort siehst du in der Parameterpalette die Werte Verschluss offen und Verschluss zu. Standardmäßig ist der Wert bei Verschluss offen auf 0 und bei Verschluss zu auf 0,5.

Verschluss offen bestimmt den Zeitpunkt ab dem die Kamera anfängt die Bewegungsunschärfe aufzunehmen und Verschluss zu bestimmt den Zeitpunkt an dem sie damit aufhört. Diese „Zeit“ wird in Frames gerechnet. Ein Frame beginnt bei 0 und endet bei 1. Je größer der Abstand zwischen den beiden Werten wird, desto stärker ist die Bewegungsunschärfe!

Verschluss offen = 0 und Verschluss zu = 1 würde bedeuten, dass du die komplette Bewegungsunschärfe einfängst, die du erstellt hast. Möchtest du nur die Hälfte einfangen, stellst du Verschluss zu einfach auf 0,5. Du kannst aber auch den Verschluss erst bei 0,5 öffnen und ihn bei 1 schließen. Du hast hier viele Möglichkeiten, experimentiere einfach selbst ein wenig mit diesen Werten.

Um dir zu zeigen wie sich dieser Wert auswirkt, habe ich hier 4 Bilder mit unterschiedlichen Werten bei Verschluss offen und Verschluss zu erstellt.

Nun ist die Unschärfe aber immer noch körnig und auch dafür gibt es eine Lösung. In den Rendereinstellungen gibt es den Wert Pixel-Sampling. Bei den vorherigen Bildern war dieser Wert auf 4 eingestellt.

Mit wesentlich höheren Werten wird die Unschärfe viel besser dargestellt. Auch hier mal 4 Bilder mit unterschiedlichen Werten bei Pixel-Sampling. Ich habe die komplette Bewegungsunschärfe dafür genutzt, also Verschluss offen auf 0 und Verschluss zu auf 1.

Man merkt schon keinen wirklichen Unterschied mehr bei den letzten Einstellungen. Der Wert sollte bei 10-12 liegen für ein optimales Ergebnis. Wobei das natürlich auch immer abhängig von der jeweiligen Szene ist.

Hinweis: Immer daran denken, dass die Erhöhung des Wertes Pixel-Sampling die Renderzeit verlängert!

Das waren auch schon sämtliche Grundlagen, die man braucht, um eine Bewegungsunschärfe in Poser zu erzeugen. Ich habe dir noch einige Beispiele mitgebracht, damit du eine Idee bekommst, wo und wie du diese Unschärfe zum Einsatz bringen kannst.

Im ersten Beispiel habe ich den Hintergrund, den Vogel und einzelne Teile des Pferdes im zweiten Frame ein wenig bewegt. Wichtig ist, dass man nicht vergisst, dass sich das fokussierte Objekt auch bewegt. Da das Pferd dem Vogel hinterher rennt, bewegen sich die Beine, der Kopf und der Schweif! Dementsprechend muss dort auch eine Unschärfe erzeugt werden.
Verschluss offen bei 0 und Verschluss zu bei 0,5

Wie im ersten Beispiel, wurden auch hier der Hintergrund und einzelne Körperteile der sich bewegenden Figur im zweiten Frame bewegt.
Verschluss offen bei 0 und Verschluss zu bei 0,8

Auf diese Art und Weise lassen sich auch problemlos Räder bewegen.
Verschluss offen bei 0 und Verschluss zu bei 1

Viel Spaß beim Rendern mit Bewegungsunschärfe!

0 Antworten

Hinterlassen Sie einen Kommentar

Wollen Sie an der Diskussion teilnehmen?
Feel free to contribute!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.